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Michael Jelden
Michael Jelden

Auf den Spuren des "Teufelsgeigers"

Michael Jelden

Der Geigenvirtuose Michael Jelden führt nicht nur die teilweise als unspielbar geltenden Stücke des "Teufelsgeigers" Nicoló Paganini auf. Der Künstler beherrscht auch Dutzende Sprachen und ist Experte für künstliche Intelligenz. Michael Jelden ist zu Gast im ZDF-"mittagsmagazin".
Sendung vom 08.06.2005 [Archiv]

 
Michael Jelden spricht etwa 30 Sprachen, darunter auch eine irokesische Indianersprache. Komplizierte europäische Sprachen wie Estnisch, Finnisch, Ungarisch oder Georgisch empfindet er als einfach.
 

Wörterbuch und Urwald-Opern

    Parallel zu seinem Violinstudium, das er sich durch mehrere Konzerte mit dem größten Zigeunerorchester der Welt verdiente (als einziger Nicht-Zigeuner), studierte er Sprachwissenschaft.
Vor ein paar Jahren hat er - ganz "nebenbei" - ein deutsch-georgisches Wörterbuch verfasst: Eigentlich wollte er Georgisch lernen und suchte im Buchhandel nach einem Wörterbuch. Es gab keines. Jelden sprach mit einem Verleger darüber, der flaxte nur: "Schreiben sie doch selber eins." Gesagt, getan: Jelden besorgte sich einige Georgisch-Wörterbücher auf Englisch, Russisch und anderen Fremdsprachen, lernte die Sprache und schrieb dann selbst ein Wörterbuch.
 
Als 24-Jähriger kam Michael Jelden auf einer Party in seiner Heimatstadt Stuttgart die Idee, im legendären Opernhaus "Teatro Amazonas" im brasilianischen Regenwald ein Opernfestival zu gründen. Seit 1995 ist das Opernfestival in Manaus eine feste Institution.
 

Vom Programmierer zu Paganini

    Nach zwei Jahren Festival-Leitung in Brasilien widmete sich Jelden etwas ganz anderem: der künstlichen Intelligenz. Er arbeitete als Programmierer bei einer Software-Firma, die künstliche Intelligenzen weiterentwickelt. Auch dort verlief Jeldens Karriere bestens - nach kurzer Zeit übernahm er die Geschäftsführung.
 
Doch die Geige gab er nie auf: Tagsüber am Computer, abends als Virtuose auf dem Podium. Dieses anstrengende Doppelleben führte er ein paar Jahre, bis er merkte: Eine Firma leiten können viele - doch durch Geige spielen die Menschen beglücken, das können nur wenige. Also hängte er die künstliche Intelligenz an den Nagel und kümmert sich seitdem nur noch um die künstlerische Exzellenz.
 
Der Musiker suchte im letzten Sommer in Rom in einer alten Bibliothek nach den Original-Fingersätzen von Nicoló Paganini - und durch Zufall tatsächlich fündig. Die Wiederentdeckung gilt als kleine Sensation für die Musikwelt. Das Fundstück - ein Adagio für das zweite Violinkonzert - ist nun auf CD erschienen.
Infobox
Paganini Violinkonzerte Nrs. 2 und 4
Nicoló Paganinis Violinkonzerte Nrn. 2 und 4
von Michael Jelden
Hera
3. September 2004
EAN-Barcode 4025463021153
Bestellnummer HER2115

Preis: 17,99 Euro
 
von Claudio Armbruster, Susanne Hagen
 
Sendung
mittagsmagazin
  • mittagsmagazin
    Gut informiert zur Mittagszeit
    nächste Sendung: 20.06.05 13:00 Uhr
 
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